Nicht ohne Prioritäten

Als ‚Priorität‘ gilt das, was Vorrang hat, zuerst kommen muss, das Wichtigste ist, unbedingt berücksichtigt werden muss. So nannte der Herr Jesus seinerzeit zwei Charakterqualitäten, die Er für unentbehrlich hielt und als vordringlich herausstellte: „… lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig …“ (Mt 11,29). Was bedeutet diese Aufforderung für uns heute?
Nach Philipper 4,5 sollen wir allen Mitmenschen gegenüber gerade unsere Sanftmut deutlich werden lassen. Erleben sie uns als gütig, barmherzig, milde und rücksichtsvoll – ganz gleich ob zuhause, in der Gemeinde, am Arbeitsplatz oder im Verkehr? Sanftmut braust nicht auf; sie weiß einzulenken und zu besänftigen, zu vergeben und zu schweigen. Sanftmut bedeutet kontrollierte Stärke und gehört mit zur Frucht des Geistes (Gal 5,23).
Ein demütiger Mensch achtet andere höher als sich selbst, rückt sich nicht ins Rampenlicht, annonciert nicht eigene Leistungen, sondern zeichnet sich durch Bescheidenheit aus. Er erkennt das an, was er anderen zu verdanken hat und freut sich über ihren Erfolg. Er stellt sich zur eigenen Schwäche und Schuld; zudem lebt er in bewusster Ehrfurcht vor Gott. Und Gott schenkt gerade den Demütigen Seine Gnade (vgl. 1. Pet 5,5).
Was ein praktisches Lebensmotto anbetrifft – wie wäre es mit „Erste Dinge zuerst“? Es ist unmöglich, ein geordnetes, effektives, erfolgreiches und segensreiches Leben zu führen, ohne klare Prioritäten anzusetzen und umzusetzen.
(Copyright © Günter Krallmann 2026)




