Aus demselben Holz geschnitzt

Kaleb und Josua, die Mose mit weiteren zehn Kundschaftern ins Verheißene Land sandte, gehören mit zu den hervorragendsten Charakteren der Bibel.

Gott stellte Kaleb ein eindrückliches Zeugnis aus: „Aber mein Knecht Kaleb – weil er einen anderen Geist zeigte und mir vollends gefolgt ist – werde ich in das Land bringen wohin er ging, und seine Nachkommen sollen es ererben“ (4. Mo 14,24).

Kaleb zeichnete sich durch „einen anderen Geist“ aus, d.h. durch eine andere Haltung sowie eine radikale, totale Hingabe an Gottes Willen. Er war ein verlässlicher Kundschafter, späterhin unterstützte er Josua treu und erwies sich als kühner Pionier. Mit anderen Worten: er verkörperte einen hohen Charakterstandard, lebte 100% für Gott.

Als Moses Nachfolger stellte Josua gegen Ende seines Lebens das Volk Israel vor die Entscheidung, dem Herrn oder den heidnischen Göttern zu dienen; dazu erklärte er: „Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen“ (Jos 24,15).

Auch Josua lebte nach einem hohen Charakterstandard. Er war ein leuchtendes Vorbild für die Israeliten und konnte die einmütige Entschiedenheit seiner Familie als nachahmenswert empfehlen, indem er erklärte: „… wir wollen dem Herrn dienen“. Ob als Moses Gehilfe, mutiger Kundschafter oder später Heerführer, auch er lebte 100% für Gott. Er war aus demselben Holz geschnitzt wie Kaleb; beide schwammen gegen den Strom der breiten Mehrheit.

Was die Haltung von Kaleb und Josua anbetrifft, so zeichnet sie Hingabe und Gehorsam Gott gegenüber aus. Was ihre Handlungsweise angeht, kennzeichnete sie eine Gott geheiligte und wohlgefällige Lebensführung. Der bekannte Erweckungsprediger C.G. Finney entdeckte: „Es ist ein gesegneter Gedanke, dass das einzige, um das wir uns kümmern müssen, ist – Gott wohlzugefallen.“ Darin waren sich Kaleb und Josua vollkommen einig.

Sind wir aus demselben Holz geschnitzt? Um zur Ehre und Freude Gottes zu leben und dienen, benötigen wir heute eine ähnliche Charakterstärke unter der Führung des Heiligen Geistes (vgl. 1. Sam 10,6).

(© Günter Krallmann, 2026)